Sophia Hoffmann

Mein Amsterdam-Tagebuch

Vor kurzem fuhr ich zum ersten Mal nach Amsterdam. Wie ich es so lange geschafft habe, nie dorthin zu fahren – keine Ahnung. Da mein Freund dort einige Jahre gelebt und viele Freunde dort hat, die er mir dringend vorstellen musste, gab es endlich einen gelungenen Anlass.

Was soll ich sagen – es war ganz wunderbar.

Dies ist kein klassischer Food-Guide geworden, schlichtweg weil wir viel Zeit mit Freunden verbracht und somit auch viel selbst gekocht haben. Gleich am ersten Abend gab es, inspiriert von der Spargelzeit zweierlei vom Spargel: Linguine mit weißem Spargel und Weißweinsoße und Salat mit grünem Spargel und Miso-Sesam-Dressing. Am darauffolgenden Abend war eigentlich ein BBQ mit noch mehr Freunden geplant, aber da das Wetter nicht mitspielte, aßen wir die Kichererbsenburger, marinierten Tempeh und allerlei Salate und Beilagen einfach drinnen.

Superspannend waren unsere Unterkünfte. In Amsterdam übernachteten wir bei befreundeten Künstlern, die in einer ehemaligen Schule leben. In diesem sozialen Zwischennutzungsprojekt leben sie zusammen mit Geflüchteten, bekommen neben Wohnräumen auch Ateliers zur Verfügung gestellt und bespielen die Location mit Events und Ausstellungen.

Zudem waren wir auch in der ehemaligen WG meines Freundes genannt „The Church“. Im ehemaligen Pfarrhaus einer Kirche (die mittlerweile entweiht wurde und Büros beherbergt) lebte er zwischen Marienstatuen und klerikalen Ornamentfenstern. Ein verrückter Ort.

Außerdem verbrachten wir eine Nacht in Den Haag – mit dem Regionalzug etwa eine Stunde vom Amsterdam. Dort schliefen wir bei einer Freundin, die in einem Zwischennutzungsprojekt in einer ehemaligen Militärkaserne lebt. Ein verrückter, pittoresker Ort mit einem Ballsaal, imposanten Treppenhäusern, langen Gängen in denen angeblich auch gelegentlich ein Hausgeist spukt. Bei uns ließ er sich nicht blicken und wir genossen am nächsten Morgen einen Kaffee im wunderbar verwunschenen Garten der Anlage.

Wenn ihr nach Den Haag fahrt, geht unbedingt an den Strand.

Ich hatte das Glück dort zum Sonnenuntergang frisches veganes Sushi einer hervorragenden isländischen Sushi-Köchin genießen zu können. Ja, mittlerweile treffe ich überall wo ich hinkomme KöchInnen, das passiert ganz von selbst. Es war so lecker…

Ihr seht – meine klassischen Reisetipps sind spärlich gesät, da ich die dort keinen klassischen Touristenurlaub gemacht habe. Hier aber noch ein paar Tipps und Hinweise – begleitend zum Fotomaterial. Wenn ihr auf die Fotos klickt, könnt ihr sie größer sehen…

Wenn ihr noch mehr Amsterdam-Tipps habt – schreibt mir doch eine Email – ich bin sicher bald mal wieder dort!

Beste Fortbewegungsweise:

Fahrrad. Verleiher gibt es an jeder Ecke. Einfach vor Ort mieten und los radeln.

Eine der besten und entspanntesten Infrastrukturen für Fahrradfahrer weltweit.

Best Hummus in town:

Sir Hummus – frisch, lecker, gaumenschmeichelnd.

Nicht zu spät kommen, sonst ist die Tagesmenge evtl. ausverkauft.

Probiert unbedingt die grüne Spezialsoße nach Geheimrezeptur!

Bester Kaffee:

Coffee Bru.

Echt auch voll okay ist der Kaffee in den Coffee Company Filialen.

Fantastischer englischsprachiger Buchladen:

The American Book Center

Sachbücher, Romane, Fachbücher, Magazine, Bildbände – hier könnte ich Stunden verbringen und wäre ich nicht mit Handgepäck gereist – ich hätte den Laden leer gekauft.

Bester Hangout zum Sonnenuntergang:

Mit der Fähre nach Nord-Amsterdam übersetzen und weiter nach De Ceuvel.

De Ceuvel ist ein Kollektiv in einer ehemaligen Schiffswerft, das neben Werkstätten, Ateliers und Büros auch über ein wunderschön gelegenes Lokal ( Café de Ceuvel) verfügt in dem es eine leckere Auswahl vegetarischer und veganer Gerichte sowie leckeres Craft Beer von ortsansässigen Brauereien gibt.

Bester alternativer Sexshop:

Mail & Female – moderner hochwertiger sexpositiver Sexshop, der zusätzlich auch wunderschöne Vintage-Kimonos verkauft

Bestes Souvenir:

Eine Tafel Tony’s Chocolonely – unfassbar gute Fairtrade Schokolade mit vielen veganen Sorten. Gibt’s in gut sortierten Supermärkten und Bioläden.

Kiffen/ Coffeeshops:

Ja, ab und zu rauche ich am Mal einen Joint. In Maßen und als psychisch gefestigter Mensch sehe ich das mit dem Konsum wie bei Alkohol – nicht übertreiben. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass das in niederländischen Coffeeshops angebotene Gras um ein vielfaches stärker ist was man sonst so gewohnt sein mag. Vorsichtig dosieren, sonst haut es einen um.

(dieses Foto: Anne Fehres/ Rucksack: Caak)

Melde dich für meinen Newsletter an

Melde dich für meinen Newsletter an