Sophia Hoffmann

Wehret den Anfängen #BloggerGegenRechts

Wie ihr hoffentlich die letzten Tage schon über meine Social Media Kanäle mitbekommen habt, bin ich Teil der #BloggerGegenRechts.

Auf Initiative von Fashion Changers  haben sich eine ganze Reihe Blogger*innen zusammen geschlossen um dem in Deutschland immer stärker um sich greifenden faschistischen und rechtsradikalen Klima etwas entgegen zu setzen.

Unter dem Motto  “WARUM WIR ES UNS NICHT LEISTEN KÖNNEN UNPOLITISCH ZU SEIN” ist die Idee für eine Blogreihe entstanden in der wir uns genau damit damit auseinandersetzen.

Natürlich war es für mich Ehrensache mitzumachen.

Ich bin ja schon vor einer ganzen Weile dazu übergegangen meine politische Meinung nicht nur über meinen Blog und meine Social Media Kanäle zu teilen, sondern zu versuchen in meiner Arbeit auch aktiv etwas tun zu können um den Menschen zu helfen, die von dem Hass der rechten Hetzer am meisten betroffen sind: Geflüchtete Menschen.

2015 und 2016 organisierte ich zusammen mit meinen ehemaligen Bürokolleg*innen in der Blogfabrik die Spendenaktion #helpdonthate bei der wir in beiden Jahren insgesamt über 28.000 € für verschiedene Hilfsorganisationen sammeln konnten.

Außerdem sammelte ich in diesen beiden Jahren auch im Rahmen meiner Dinner über 3000 € die ich größtenteils Pro Asyl und Jugend Rettet e.V.  spendete.

Ich erzähle euch das nicht um damit zu sagen wie ach so toll sozial ich bin, sondern um zu zeigen, dass man solche Spendenaktionen ganz einfach auch im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis organisieren kann.

Die Seenothilfe Jugend Rettet e.V. (deren Boot mittlerweile beschlagnahmt und somit ihre Arbeit boykottiert wurde) habe ich auch bei zwei ihrer Mitarbeiterversammlungen in Berlin mit Catering versorgt, natürlich ohne Honorar.

Das ist die eine Seite, überall gibt es Hilfsorganisationen, Sozialeinrichtungen und Vereine, die dringend finanzielle und Hilfe in Form von Mitarbeit benötigen können.

Doch wenn ihr die Möglichkeit habt zu helfen, hört da nicht auf:

Redet auch drüber.

Ob im Internet für jeden sichtbar, bei der nächsten Familienfeier, auf Arbeit, im Bus wenn jemand etwas Rassistisches sagt.

Wenn jemand mit “Ich bin ja kein Nazi, aber…” anfängt, kontert.

Habt keine Angst, erhebt eure Stimme.

Wenn man das zusammen mit anderen macht, wird es noch solidarischer und einfacher:

Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.

“Wehret den Anfängen” lautet das Zitat, das ursprünglich auf einen Vers des lateinischen Dichters Ovid zurück geht, wurde aber nach dem Ende des zweiten Weltkriegs zu einem symbolischen Schlüsselsatz im Zusammenhang mit den Verbrechen des Dritten Reichs.

Immer wieder habe ich im Zusammenhang mit meinen “Anti-Rassismus”-Posts meine eigene Familiengeschichte erwähnt. Meine Familie väterlicherseits, die zu Kriegsende aus dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußen fliehen musste.

Die Eltern meines Vaters, die beide als Zivilbeamte bei der Wehrmacht in Prag arbeiteten, wo sie sich in den Wirren des Krieges verliebten.

Die Sirenen der Luftschutzbunker und der sich vor Kampffliegern verdunkelnde Himmel sind die ersten Kindheitserinnerungen meines Vaters, der zusammen mit meiner Großmutter vor den Toren Dresdens nur knapp dem verheerenden Bomben-Inferno entging.

Die Familie meiner Mutter, die allesamt begeisterte Nazis waren.

Der Großonkel meiner Mutter, der dem Blutorden angehörte und bei Hitlers Marsch auf die Feldherrenhalle mit dabei war.

Meine Urgroßonkel, die beide hochdekorierte Wehrmachtsoffiziere waren.

Meine Großtante, die als Blitzmädchen in der Wehrmacht arbeitete.

Meine Urgroßmutter, die Hitler vor der Machtergreifung glühende Briefe der Verehrung ins Gefängnis schrieb und 1933 beinahe zur Reichsfrauenführerin ernannt worden wäre.

Mein Großvater, der Vater meiner Mutter, der freiwillig im Spanischen Bürgerkrieg in der berüchtigten Legion Condor auf der Seite des rechtsgerichteten Diktators Franco kämpfte.

Guernica, da klingelt vielleicht was?

Das ist meine Familiengeschichte.

Keine Erbschuld, aber eine Verantwortung die ich fühle und mit mir trage.

Deshalb habe ich beschlossen mir “Wehret den Anfängen” tätowieren zu lassen.

Nicht unbedingt um mich selber zu erinnern, sondern ruhig auch so, dass es jeder sieht mit dem ich rede. Als Zeichen. Gegen Fremdenhass. Null Toleranz für Rassismus.

Dieses Video habe ich Anfang 2017 über meinen YouTube Channel geteilt. Bis auf die Spendenaktion ist es eigentlich immer noch brandaktuell und komplettiert alles was ich zu dem Thema zu sagen habe:

[Diese Liste wird erweitert, wenn sich weitere Blogger*innen anschließen.]

Alf-Tobias Zahn von GROSSVRTIG

Not Another Woman Mag

Peppermynta Mag

Laura Mitulla von The Ognc

Jenni Hauwehde von Mehr als Grünzeug

Bina Nöhr von Stryletz

Vreni Jäckle von Jäckle & Hösle

Maren Teichert von Minza Will Sommer

Ester Rühe und Anna Kessel von Die Konsumentin

Nina Lorenzen von Pink & Green

Phoebe Nicette von Phoenomenal

Franziska Schmid von Veggie Love

Johanna Misfeldt von Mintundmeer

Justine Siegler von Justine Kept Calm And Went Vegan

Mia Marjanovic von heylilahey

Ann Cathrin Schönrock von Fashion Fika

Magdalena Muttenthaler von Freemindedfolks

und meine Wenigkeit: Sophia Hoffmann

Wie ihr Blogger Gegen Rechts unterstützen könnt:

Verbreitet die Blogsposts, Artikel usw. in den sozialen Medien. Zeigt euren Freund*innen, dass wir wieder politischer werden müssen. Erhebt eure Stimme nicht nur online, sondern vor allem auch in der realen Welt da draußen. Kommentiert, liked und teilt, was das Zeug hält.

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