Sophia Hoffmann

My Happy Place – 5 kulinarische Kurzurlaube in Berlin

Winter in Berlin.

Gefühlt die Hälfte meiner Freunde und Bekannten sind momentan an einem weißen Sandstrand, gerade zurück oder sie sprechen davon bald auf eine Fernreise zu gehen.

Über unsere Kultur des “Winter nicht aushalten-Könnens” werde ich in Kürze einen längeren Text verfassen, weil mir das ziemlich auf die Nerven geht.

Aber klar nervt auch mich der Winter manchmal. Und ich sehne mich nach exotischen Gerüchen und Genüssen.

Ich liebe die südostasiatische Küche, natürlich auch weil sie so viele vegane Optionen bietet.

Praktischerweise gibt es in Berlin so viele tolle authentische Lokale, dass ich mir das Geld für die Reise sparen kann, einfach die Augen zumache und den Mund auf.

Hier meine fünf asiatischen Lieblings-Lokale in Berlin-Mitte.

Die Stadt ist so groß, dass ich für jeden Kiez einen Guide machen könnte, aber irgendwo muss man ja mal anfangen!

Fernweh ade!

1. Chén Chè

Schier unglaublich, dass wir uns mitten in Berlin befinden. Durch einen unscheinbaren Hofeingang gelangt man in eine andere Welt, Chèn Chè’s Teehaus. In den opulent dekorierten Räumen gibt es nordvietnamesische Spezialitäten aus dem traditionellen Tontopf sowie eine spannende Getränkekarte mit hausgemachten Limonade und natürlich, wie der Name schon sagt – Tee. Man kann auch eine vietnamesische Teezeremonie mit Teemeister buchen, ich habe es noch nicht getan, aber bin auf jeden Fall neugierig. Aber selbst wenn man nur zum Mittagessen hier einkehrt, vergisst man für eine Weile die Hektik der Großstadt und den grauen Winter. Im Sommer verfügt Chén Chè zudem über einen wunderschönen Gastgarten in dem man die Leckereien genießen und abschalten kann.

Es gibt viele vegane Gerichte, ich empfehle die Bò Bià Rollen: Reispapier gefüllt mit Räuchertofu, Wasserkastanie, grüner Papaya und vietnamesischem Basilikum, dazu Erdnuss-Ingwer-Soße.

Dazu einen exotischen Blau-Butterflyblütentee mit Reismilch und gesüßt mit Longan-Sirup…mhmmm.

Dazu gibts Gebäck und Süßspeisen aus der hauseigenen Bäckerei!

2. Quà Phê

Augen schließen und weg träumen. Dieses vietnamesische Café direkt an der U-Bahn Station Rosa-Luxemburg-Platz gewinnt was das Ambiente angeht. Im Sommer kann man auf alten Holzbänken direkt am lauschigen Schedelpark sitzen und komplett vergessen, dass man sich in der deutschen Hauptstadt befindet. Aber auch im Winter verströmen die gemütlichen Innenräume mit den vielen Kissen und den niedrigen Hockern authentische vietnamesische Kaffeehaus-Atmosphäre. It’s all about the smell…sobald man das Quà Phe betritt steigt einem diese Mischung aus süßen gedämpften Dumplings (Bild)und scharfen Komponenten in die Nase. Ich empfehle das Café sowohl zum Frühstück als auch zum Mittagessen. Mein Favorit sind die knusprigen Reis-Crêpes mit Tofu und Soja-Kräutersoße und süße gedämpfte Klöße mit Kokosfüllung. Den typisch vietnamesischen Dripping Coffee mit süßer Kondensmilch gibt es hier nicht vegan (dafür gleich um die Ecke bei Ryong), aber alternativ wird Kaffee mit leckerer Haselnussmilch angeboten, vor allem an wärmeren Tagen auf Eis ein absoluter Hochgenuss (Bild).

Direkt neben dem Quà Phe gibt es noch drei Orte, die ich euch empfehlen möchte:

Eisdiele Cuore di Vetro – weltbestes dunkles Schokoladensorbet (vegan)

Paper & Tea – wunderschöner Laden für exklusive Teesorten und Papierwaren

Banh Mi Stable – (direkt neben Quà Phê): ein kleiner Imbiss, der die typischen vietnamesischen Sandwiches anbietet, es gibt eine vegane Variante Sate Tofu, mhmmm!

3. Chay Viet

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, aber Gewohnheit kann auch etwas sehr Schönes sein, vor allem wenn sie so lecker schmeckt:

Ich bestelle (fast) immer die Nr.21 – MI QUANG (Bild) – eine traditionelle mittelvietnamesische Suppe mit Reisbandnudeln, Tofu, Pilzen, Kokosmilch, Zitronengras, Minze, Erdnüssen und einem knusprigen Sesam-Reis-Chip oben drauf.

Ich könnte mich baden in dieser Suppe, suhlen, rein legen, Bahnen ziehen. Die würzige, leicht scharfe Kokossuppe als Basis, die schlonzigen Bandnudeln, die knackigen Pilze, die leckeren Seitanbrocken. Dann die Reiskracker, knackig, aber auch gut wenn man sie etwas einweichen lässt. Die frischen Kräuter, die man am Besten ordentlich untermengt.

Dieses Gericht macht mich einfach nur rundum glücklich und auf Stunden satt.

Weil man ja nie genug Flüssigkeit bekommen kann, trinke ich dazu einen Rosentee (Bild).

Der sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern öffentlich auch mein Herz und mein Hirn mit zartem Rosenduft und der Süße beigegebener getrockneter Loganfrüchte. Hat auf jeden Fall auch etwas Zeremonielles und schenkt Kraft im Alltag.

4. Soy

Ziemlich schnieke gelegen, so mit Direktblick auf die Volksbühne. Hier kann man mittags einkehren oder auch Abends, ob vor einem Theater/Konzert- oder Kinobesuch im nahegelegenen Babylon Kino.

Die komplette Speisekarte ist vegan. Toll sind die Asian Tapas, besonders wenn man mit Freunden isst und Lust hat viele unterschiedliche Gerichte auszuprobieren. Grüner Papayasalat, Seetangsalat, gedämpfte Hefeklöße, knusprige Röllchen und Reispapier-Salat mit Mango, Seitan und Erdnüssen –  absoluter Umami-Heaven.

Meine Favoriten: Die knusprigen Pfannkuchen mit Kokosmilch, gefüllt mit Sojasprossen, Tofu, Gemüse und Kräutern

Auch hier gibt es eine Variante der MI QUANG Nudelsuppe (Bild)- welche denn nun besser schmeckt, diese oder die im Chay Viet – ich kann mich schwer entscheiden, ich muss einfach immer wieder probieren…

5. Ryong

Das Ryong liegt an der belebten Torstraße, direkt an der U Bahn Station Rosa-Luxemburg-Platz. Die Location ist etwas zweckmässiger und mehr Imbiss-Style als Chèn Chè und Quà Phê, aber das Angebot ist top.

Alle Gerichte sind vegetarisch und können auf Wunsch vegan zubereitet werden.

Hier kann man schon mal einen Blick auf die Speisekarte werfen.

Die japanisch-vietnamesische Fusion-Küche bietet moderne Interpretationen wie z.B. eine stattliche Burger-Auswahl im angesagten gedämpften Bao-Brötchen, sündige Starter (im Bild DRAGON EGG- Avocado in knusprigem Spinat-Tempuramantel mit Zitronengras & SWEET BABE – Süßkartoffel in einem Kurkuma-Tempuramantel mit Knoblauch-Mayonnaise, Dill-Pilz-Sauce mit Noristreifen) , leckere Nudelgerichte, Curries und Bowls.

Es gibt günstige wechselnde Mittagsmenü-Angebote, alle Gerichte werden super frisch zubereitet.

Mein Highlight: Die vegane Version des klassischen vietnamesischen Kaffees mit gesüßter Soja-Kondensmilch (Bild)

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