Sophia Hoffmann

Irland – Blühend-köstliche Märcheninsel

Gerade erst durfte ich einen wunderschönen Sommerurlaub in Irland erleben – ganz ehrlich – ich wäre gerne noch eine Woche länger geblieben! Meine Freundin Fiona hatte mich eingeladen, und da ihre Mum Irin ist und sie selbst zwar in Deutschland lebt, aber ganz oft dort ist, hatte ich das Vergnügen mit einer “Local Lady” unterwegs zu sein.

Und mit einer veganen noch dazu!

Ich flog nach Dublin, fuhr weiter nach Cork. In Bandon, einer Kleinstadt unweit von dort hatten wir unsere Homebase bei Fionas Mutter. Von dort aus machten wir uns auf zu einem tollen Roadtrip mit zwei ganz unvergesslichen Ausflügen.Am Ende der Reise verbrachte ich noch 2 Nächte in Dublin.

Zwischendurch betrieben wir “vegan food hunting” und ich sage euch:

Wir sind sicher nicht hungrig schlafen gegangen!

Oder wie Fionas Mutter nach unserer Rückkehr in einem Gespräch mit einer Freundin erstaunt bemerkte:

“It’s amazing, they found food everywhere!”

Unsere days trips führten uns zum Fastnet Rock Lighthouse, einem beeindruckenden Leuchtturm, der brachial auf einen Felsen ins Meer gebaut wurde. Für viele Iren hat er stark symbolischen Charakter, da er das letzte Stückchen Land war, das die irischen Auswanderer sahen, die sich im Zuge der großen Hungersnot und wirtschaftlicher Krisen auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Amerika und Australien begaben! Bei sehr ruhiger See umrundeten wir ihn und machten danach noch einen Abstecher auf die idyllische Insel Cape Clear Island. Dort herrschte im Hafen Volksfeststimmung und auf unserem Spaziergang über die Insel erkundeten wir die wie wild blühende Flora.

August ist übrigens eine fantastische Reisezeit für Irland, das Wetter ist sowieso unbeständig und mann muss immer auf Regentage gefasst sein. Aber wenn es sonnig ist, wird es auch mal richtig heiß und wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Zwei, drei Tage waren wettertechnisch richtig südlich und man hatte fast der Gefühl an der Riviera entlang zu cruisen. Dafür gab es auch verregnete, äußerst stürmische Tage, aber wie der Skandinavier sagt:

“Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!”

Unser zweiter, wirklich nachhaltig beeindruckender Ausflug führte uns auf die Insel Skellig Michael. Vor allem seit dem dort letztes Jahr Star Wars gedreht wurde, drehen alle durch. Aber zum Glück kann man noch nicht davon sprechen, dass das beeindruckende Fels-Eiland überlaufen wäre, da die Möglichkeiten der Überfahrt schlichtweg durch die Witterung eingeschränkt sind. Schaut euch die verlinkte Szene an, es schaut dort WIRKLICH genauso aus wie in dem Film. Es ist so unfassbar toll, dass man denkt, das hätte sich kein Szenenbildner so ausdenken können! Oder wie unser Guide sagte: “Otherworldly!”. Er sagte aber auch: “Passt auf wo ihr hintretet, keine Fotos machen während ihr die 500 Stufen nach oben zum alten Mönchskloster steigt, sie sind glitschig und es sind schon Menschen verunglückt!”

Wir waren also vorsichtig, aber ganz ehrlich, nach der Überfahrt habe ich eh keine großen Sprünge gemacht. Ich war wirklich noch nie seekrank, aber das war echt hart an der Grenze. In einer Nussschale von Fischerboot durch stürmische Wellentäler, eine Stunde hin, eine Stunde zurück. Der Typ neben mir musste sich 5mal übergeben.

Wir hypnotisierten den Horizont, hielten Händchen und lenkten und mit Geschichten ab, aber das Erlebnis war echt hart verdient. Zum Glück hatte ich nur eine halbe Banane, einen Kaffee und einen Keks gefrühstückt.

Apropos: Was ist denn nu mit Essen?

Wie immer, auch auf Reisen, konnte ich es natürlich nicht lassen selbst den Kochlöffel zu schwingen. Mein scharfes Messer habe ich immer im Koffer und wenn ich eine Woche nicht selbst koche (so wie damals in Tel Aviv) werde ich schrecklich nervös!

Fiona und ich machten das so – wenn wir eine Küche zur Verfügung hatten, wie etwa in dem Hostel in Portmagee von wo wir zu Skellig Michael starteten, kochten wir selbstwenn wir on the road waren, hielten wir uns entweder an Empfehlungen, kauften uns Brotzeit oder fragten überall ganz lieb nach ob es möglich wäre etwas Veganes zu bekommen.

Und so lief das toll! Gleich zu Beginn plünderten wir den Bioladen in Bandon und entdeckten spannende regionale Produkte wie den echt leckeren Seaweed Pudding. Basierend auf der Idee von Blackpudding, einer Art Blutwurst, die fester Bestandteil des traditionellen Irish Breakfast ist ( das sehr viel Schnittmenge mit dem English Breakfast hat), besteht der Seaweed Pudding, wie der Name schon sagt aus Algen. Überhaupt sind die Meerespflanzen dort ein Riesenthema, es gibt viel seaweed foraging, man kann so wie bei uns Kräuterwanderungen dort auch geführte Algen-Pflück-Trips machen. Leider waren wir dafür diesmal zu spontan, da sie nur zu bestimmten Jahreszeiten stattfinden.

In vielen Läden gibt es getrocknete Algen zu kaufen, entweder im Großen, oder klein zerpflückt als Würzmischung, auch ein super Souvenir, ich bin eingedeckt mit Dulse, Carragen und Co.

Es gab auch im Umkreis hergestelltes mega leckeres Sauerkraut und Kimchi, Hummus, Mandelmilch und selbst einen veganen Apple Pie fanden wir. Ich empfehle Bioläden, Wochenmärkte und in manchen Orten gibt es auch so ne Art Hofläden wo ansässige Bauern ihr Gemüse verkaufen. Dort fanden wir herrlichen lila Blumenkohl, bunte Tomaten und gelbe Zucchini. Zusammen mit dem Riesenbusch Kapuzinerkresse aus dem Garten von Fionas Mutter wurden daraus herrliche Speisen.

Am Tollsten war, was uns in Knight’s Town, einem kleinen Ort auf Valencia Island passierte: Dort stolperten wir in einen verzauberten, wilden Garten in dem man – gegen freie Spende – einfach ernten durfte!

Wir pflückten Spinat, Broccoli, Grünkohl, Schwarzkohl, Mangold, Kräuter, Gurke, Salat, Zucchini, Zuckerschoten,…und bereiteten daraus ein Festmahl. Zuvor hatten wir unsere irischen Reise-Buddies gefragt ob sie mitessen wollen, diese hatten dankend abgelegt (those vegans, naja…) ein paar Stunden später scharten sie sich um unsere Töpfe und flehten uns an probieren zu dürfen.

Wir bereiteten das meiste Gemüse einfach mit Rosmarin im Ofen zu, dazu gab es frischen Salat mit Minze und ein scharfes Chili-Tomaten-Chutney mit Petersilie sowie karamelisierten Mangold.

Ich habe  – und ich bin total stolz, dass das geklappt hat – Aquafaba Mayonnaise in einem Coffee Mug zubereitet, was soll ich sagen, nach und nach Öl dazu geben und schütteln bis mir fast der Kopf vor Anstrengung platzte – man muss auf Reisen nur erfinderisch sein …

In Pubs, Cafés und Restaurants fragten wir einfach ob sie was Veganes zubereiten können bzw. ganb es oft side orders, also Beilagen, die sowieso vegan waren. So bekamen wir allerhand Gemüse, Kartoffelstampf, Sea Asparagus und auch das eine oder andere Mal Chips, also frische, hausgemachte Pommes. Die gibt es dort wirklich überall, wenn gar nichts geht, dann gibt es immer Chips. Oft steht auch eine soup of the day auf dem Menü, einfach nachfragen, meist handelt es sich um Gemüsesuppe (z.B. Kreuzkümmel-Süßkartoffel, Karotte-Ingwer o.ä.) und sehr oft ist die vegan.

Beim Frühstück in unserem Bed& Breakfast beruhigten wir Maureen, die Herbergsmutti, die immer ein wenig nach feuchtem Hund roch. Sie hatte auch Angst wir müssten verhungern. Dabei sind diverse Konponenten des irischen Breakfast vegan. Es gibt fast immer Porridge, das traditionell nur aus Haferflocken und Wasser gekocht wird. Aufpimpen kann man es mit frischen Früchten, Kakaonibs, Nüssen. Für den Kaffee kaufte ich mir im Supermarkt die kleinen Soja- oder Mandelmilchpäckchen – ist zwar etwas viel Verpackungsmüll, aber im Urlaub kann man da schon mal eine Ausnahme machen, da wir meistens nur 2 Tage an einem Ort waren, wollte ich keine offene 1-Liter Packung mitschleppen. Ein heißer Tipp für unterwegs – z.B. im Flugzeug – sind die veganen Portionsbeutel Kaffeeweißer. Wie gesagt – nicht für jeden Tag – zuviel Müll, aber ab und zu finde ich das ganz praktisch wenn ich nicht immer Sojamilch bekomme und nicht immer schwarzen Kaffee (oder natürlich in Irland TEE) trinken möchte. Aber in den meisten größeren Orten gab es in Cafés pflanzliche Milchalternativen.

Besonders ans Herz legen möchte ich euch noch völlig wahllos diese Locations:

  • Budds/ ein schnuckeliges Restaurant in Ort mit dem lustigen Namen Ballydehob. Dort gibt es diverse vegane Optionen, sogar Matcha Latte und wir haben einen fantastischen Vegan Chocolate Fudge Cake dort verschlungen, außerdem supernette Betreiber!
  • Avoca/ ein Schöne-Dinge-Laden im Zentrum von Dublin. Dort gibt es (sowie auch im Kilkenny Shop) Lokales, besonders die Naturkosmetik-Ecke empfehle ich. Auch schönes Geschirr. Aber im Avoca eben auch zwei Restaurants. Ein etwas schniekeres im 2.Stock mit veganen Optionen und im Souterrain ein Self Service Place mit feinem Mittagsbüffet.
  • Herron Gallery/ In Ahakista von einem Künstlerpaar betriebene Galerie und Café , vegetarisch-vegan. Sehr idyllisch dort mit einem großen öffentlich zugänglichen Garten, Hausschweinen, einem Barfußpfad und leckerem Essen.

 

 

 

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