Sophia Hoffmann

Zero Waste Cooking – Resteverwertung leicht gemacht

Vor ein paar Tagen hatte ich es schon über Social Media angekündigt und hier ist mein Nachtrag. Auf der Biofach 2017, der weltgrößten Fachmesse für Bio-Lebensmittel, hatte ich das Vergnügen auf der VEBU-Bühne eine Kochshow zum Thema Zero Waste Cooking zu halten. Hier heute noch eine Liste für euch zum Download.
Mit persönlichen Tricks, Großmutters Tipps und Rezeptlinks und -ideen zu einzelnen Lebensmitteln. Ich freue mich über eure Ergänzungen und eure Erfahrungen, die ich gerne noch in die Liste aufnehme.

Angefangen hat das Ganze vor einer Weile mit dem Hashtag #restlfestl , den ich gerne auf meinem Instagram-Account verwendete um Fotos von Speisen zu kennzeichnen, die ich aus Resten gekocht hatte. Immer spontan, improvisativ und ohne Rezept. Und ganz oft bekam ich von Lesern Feedback in Form von Fragen nach dem Rezept. Immer musste ich sagen: Es gibt keines.

Irgendwann begriff ich, dass das, was für mich und manche Hobby- und Profiköche ganz selbstverständlich erscheint für andere eine Herausforderung sein kann:

Bewusst und maßvoll einzukaufen und alles kreativ zu verarbeiten.

Ich komme aus einer Familie in der ALLES verwertet wurde. Mein Vater, der bei uns zuhause kochte, ist ein Kriegs-/Flüchtlingskind, solche Erfahrungen (Hunger) aus frühester Kindheit sitzen tief. Wenn bei uns zuhause die Milch sauer wurde, trank mein Vater die ganze Flasche demonstrativ am Abendessen-Tisch aus, er hätte sie nicht weggeschüttet. Solche Vewertungsmaßnahmen sind natürlich etwas extrem, aber von Papa habe ich auch gelernt Essensreste gezielt und kreativ  zu verkochen. Mama war mehr so fürs haltbar machen zuständig. Sie zeigte mir wie man Marmeladen, Apfelmus, Zwetschgenkompott, eingemachte Kirschen und Holundersirup herstellt.

Wir haben in München in einer Wohnung gelebt, aber schon von kleinauf gingen wir im Urlaub (in Kärnten) Pilze sammeln, die dann für den Winter im Wohnzimmer auf großen Gittern getrocknet wurden. Obwohl wir selbst keinen Garten hatten, wurden wir ganz oft in die Gärten von Freunden meiner Eltern eingeladen, die ihre Ernte gerne mit uns teilten. Stachelbeeren, Johannisbeeren, Zwetschken, Kirschen, ich liebte diese Ausflüge als Kind und habe es nie als Defizit empfunden, dass wir selbst nur einen Balkon hatten, durfte ich doch in unendlich vielen Gärten herum tollen.

Am Liebsten mag ich die Geschichte mit dem Apfelbaum. Meine Mutter war vor ihrer Pensionierung Rektorin einer Grundschule und vor ihrem Klassenzimmer stand ein wilder Apfelbaum. Sie behauptete immer er wäre aus dem Apfelbutzen eines Schulkindes gewachsen. Auf jeden Fall trug er sehr kleine, oft verwurmte aber äußerst schmackhafte Äpfel aus denen wir zuhause Apfelmus kochten. So lernte ich, dass man Obst nicht wegschmeissen muss, nur weil es an manchen Stellen schon angenagt oder angestoßen ist.

Ich schweife ab. Was ich mit diesen Ausführungen verdeutlichen wollte, ist, dass Resteverwertung mir in die Wiege gelegt wurde. Klar ist es schwieriger diese Praktiken zu verinnerlichen wenn man nicht damit aufwächst. Aber es ist möglich. Lasst uns alle versuchen so wenig wie möglich Lebensmittel wegzuschmeißen. Für die Umwelt. Für uns.

Und auch für die Tiere. Wer tierische Produkte konsumiert, sollte darauf achten, dass sie wenigsten so nachhaltig und ethisch vertretbar wie möglich produziert werden und wenn man sie kauft und – bitte aufessen.

Nichts tut mir mehr weh wenn ich in unserem Büro-Kühlschrank Eier, Milch oder gar Fleisch sehe, dass dann schlecht und weggeworfen wird.

In diesem Sinne – hier meine Liste als PDF mit Tipps, Tricks und Rezeptideen zum Zero Waste Cooking

DOWNLOAD RestlFestl.

Guten Appetit! Happa Happa.

P.S.:

Kennt ihr schon MealSaver? Das ist eine App gegen Lebensmittelverschwendung. Damit kann man, ähnlich wie bei Foodsharing nach Locations/ Restaurants in seiner Umgebung suchen, die z.B. zu Feierabend Gerichte gegen Selbstabholung gratis abgeben. Coole Sache.

Auch cool: Die Ausstellung MehrWert – Temporäre Zero Waste Installation in der Berliner Entretempo Kitchen Gallery ( bis 18.März). Die Botschaft: “No more Food Waste.

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